Fanfiktion: Huebi der Gangster, der ab und zu Fremde aufnimmt Kapitel 2

Fanfiktion: Huebi der Gangster, der ab und zu Fremde aufnimmt Kapitel 2

Kapitel 2: Frühstück mit Huebi

POV: Aaron

Nachdem wir eingekauft hatten gingen wir erst zu mir. Huebi wollte sichergehen, dass ich gut ankomme. Auf der Türschwelle drehte ich mich um und fragte: „Hast du eigentlich schon gefrühstückt?“ Huebi antwortete: „Nein, ich wollte eigentlich hier in der Stadt frühstücken, aber wenn es für sie okay ist, dann komme ich gerne rein.“

Er betrat die Wohnung und schaute sich als erstes um. Sein Blick blieb auf einem Bild hängen. Auf dem Bild war Kontra K zu sehen mit dem Spruch: Erfolg ist kein Glück. Er fragte mich: „Du hörst auch Deutschrap?“  Er wirkte plötzlich sehr aufgeregt. Ich: „Nur.“ Er schaute sich weiter um. An jeder Wand hing ein Spruch von deutschen Rappern. Seine Aufgeregtheit war förmlich überall zu spüren. Er ging weiter in die Küche. Ich war gerade dabei den Einkauf einzuräumen. Endlich konnte es Frühstück geben. „Was magst du Trinken?“, rief ich den immer noch sehr aufgeregten Tobias zu. „Was hast du denn da?“, kam es hinter mir hervor. „Leider nicht viel. Ich habe stilles Wasser, Sprudelwasser, Kaffee und Paulaner Spezi“, sagte ich abwesend. Ich war gerade dabei die Eier für das Omelette zu Mixen und würzen. „Natürlich nehme ich die Spezi, was denn sonst?!“ Er ging zum Kühlschrank und holte die 2 letzten Dosen des für mich heiligen Getränk raus und stellte sie auf den Tisch. Ich nahm 2 Pfannen raus und kippte die Eier rein. Ich setzte mich neben den immer noch sehr nervösen Huebi. Mir ging es mittlerweile wieder gut. Ich dachte kurz nach und begann ein Gespräch:

„Du kannst mich Aaron oder auch Aarahim nennen. Oder Zanto“  Huebi: „Warum so viele Namen?“ „Ich habe einfach schon eine sehr lange Internetpräsens hinter mir“, sagte ich nachdenklich, „du aber mit Sicherheit auch. Du hast ja schließlich auch viel auf Youtube zu tun.“ Tobi schluckte gerade den Rest seiner Spezi herunter. „Natürlich habe ich das, Aaron.“, kam es euphorisch aus seinem Mund. Im Hintergrund hörte man nur das Zischen der beiden Omeletts. „Ich sollte den Käse und die Paprika schneiden“, warf ich ein drehte mich in Gedanken um.

Dieser Tobias, so habe ich ihn noch nicht erlebt. Ich dachte er wäre immer Aufgedreht oder nachdenklich im positiven Sinne. Zumindest ist er immer so in seinen Videos gewesen. Aber in meiner Küche wirkt er irgendwie unschuldig und wie ein ganz anderer Mensch. Ich schnitt die Paprika an und entfernte die Kerne. Was ich mich auch fragte war: Was machte er in meiner Stadt? Es sind doch 2 Stunden bis Schwabmünchen. Also einfach so ohne Grund wäre er hier nicht aufgeschlagen. Es gibt hier auch nichts Besonderes in der Nähe. Ich schnitt den Käse für das Omelett in kleine Quadrate. Ich verteilte alles auf den beiden Omeletts. Tobias wirkte auch ein wenig schüchtern. Wenn man ihn etwas beobachtet, hat man gemerkt, dass er Däumchen spielte und öfters den Ort wechselte, wo er hinschaute. Hat er etwa ein niedriges Selbstvertrauen bei Fremden Menschen?  Ich warf die Omeletts auf 2 Teller und setzte mich neben Herrn Huebner.

„Also was machst du eigentlich hier in meiner Stadt? 2 Stunden sind doch ein wenig weit nach Schwabmünchen.“, fragte ich ihn und machte ein wenig Musik an. Es lief „Bläulich von Apache 207“. „Du kennst es doch sicher auch…“, er pausierte kurz. „wenn man Leute treffen möchte, muss man aus seiner Komfortzone. Und das habe ich getan.“ „Also war das mit dem Neuanfang aus deinem Song „Komm auf die Insel“ ernst gemeint?“, folgerte ich daraus. Ich schaute zu Huebi rüber. Er wirkte noch emotionaler als schon eben. Er war noch viel unsicherer und in Vergleich zu seinen Videos war er eine komplett andere Person. Ihm standen die Tränen in den Augen. Er viel mir in die Arme und hielt sich an meinem Tshirt fest. Ich hörte durch meine Brust: „Ich sage zwar in meinen Videos, dass es mir es gut geht, aber in Wirklichkeit habe ich Sehnsucht nach einer Beziehung! Ich hatte schon so lange keine Beziehung. 6 Jahre sind es jetzt!“ Er griff mein Tshirt fester. Ich wollte ihn ein wenig aufmuntern und umarmte Tobi. „Das wird schon. Denk einfach positiv und irgendwann wird schon jemand auf dich aufmerksam. Bei mir war es auch genauso. Ich hatte auch lange Zeit keine Freundin oder Freund. Und jetzt stehe ich wieder ohne Beziehung da, aber ich habe es akzeptiert.“

 Während ich ihn so umarmte, merkte ich, dass es sich richtig schön anfühlt. Lange hatte ich kein so schönes Gefühl und so eine Zuneigung zu jemandem gefühlt, wie jetzt. So wie er sich an mich schmiegt scheint er wirklich gebrochen zu sein. Er braucht dingend eine Freundin oder einen Freund, der auf ihn aufpasst. Moment mal, vielleicht könnte ich…

Huebi hat sich wieder hingesetzt, seine Tränen abgewischt und aß weiter. Er beruhigte sich langsam. Im Radio lief „28 Liter von Apache 207“.  Ich begann auch endlich zu essen. Diese Omelette war wirklich gut. Aber meine Gedanken waren nur bei Huebis Gefühlsausbruch. Was sollte ich tuen? Wie sollte ich mit ihm am besten umgehen? Ich beschloss ihn etwas zu fragen, was mein ganzes Leben veränderte. Ich holte tief Luft, fasste ihn an die Schulter und fragte: „Ich habe gemerkt, dass du Hilfe brauchst. Wie es der Zufall so will habe ich vor kurzem meine Ausbildung abgeschlossen und suche eine Stelle als Fachinformatiker. Du hast bis vor kurzem für eine Firma auch als Fachinformatiker gearbeitet und hast sicher Connections. Im Gegenzug könnte ich dir helfen dich wieder aufzubauen. So sehr, dass du sogar Huedos, die Puppe aus deinem Portal 2 Projekt, nicht mehr brauchst. Und Donkey Kong brauchst du auch nicht mehr aus Frust weg boxen. Wie wäre das?“ Tobias schaute mich mit großen Augen an. Dann kam aus seinem Mund: „Danke, sowas nettes hat noch niemand zu mir gesagt. Würde es dir was ausmachen, wenn du auch bei mir einziehst?“ Er brach fast wieder in Tränen aus und wurde ein wenig rot. Wir waren beide mittlerweile mit dem Essen fertig.

Huebi: „Ich muss los. Mein Auto steht noch auf dem Parkplatz und es ist nur eine Stunde Parken frei.“ Ich: „Soll ich mitkommen? Ich habe eh die nächsten Tage frei.“ Doch dann wurde ich überrascht. Huebi kam auf mich zu umarmte mich und presste seine Lippen intensiv auf meine. Das war anscheinend ein „Ja“…

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